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Ein Bericht über das Regionaltreffen des FAGS für die Selbsthilfegruppen im Süden am Sa 26.09.26 in der Jugendherberge International Stuttgart

Von Maritta Heilig, Bruchsal

Es war ein sonniger und warmer Tag als das jährliche Treffen der Glücksspielsucht- Selbsthilfegruppen am Samstag, den 26.09.26 in der Jugendherberge International in Stuttgart begann. Die Gruppen waren aus allen Winkeln Süddeutschlands zusammengekommen, die Blicke mischten Neugier mit Dankbarkeit. Wir hatten vor allem einem Namen vertraut: Hartmut Görgen. Er leitete sein letztes Treffen vor dem Übergang in die Rente mit Ruhe und Offenheit, als wäre es selbstverständlich, dass man sich hier sicher fühlen darf, egal wie groß der Druck gerade war.

Die Gruppenleitenden aus BaWü und Bayern und Hartmut Görgen (Bildmitte)

Wir 8 Teilnehmenden saßen in einen sonnendurchfluteten Raum in der Jugendherberge Stuttgart, und einer nach dem anderen berichtete, was es in den Gruppen Neues gab, was sich verbessert hatte und woran man noch arbeiten musste. Die Geschichten waren unterschiedlich, doch der Grundton ähnelte sich: Wir suchten Umgangsformen, die nicht darüber urteilen, sondern helfen; Wege aus der Abhängigkeit, die nicht in Schuld, sondern in Verantwortung führten.

Am Nachmittag wandten wir uns einem Thema zu, das uns allen am Herzen lag: der Betroffenen-Kompetenz. Es war, als hielten wir einen Spiegel in den Händen, in dem sichtbar wurde, was Suchterfahrung alles mit sich bringt – Fähigkeiten, die oft übersehen werden. Wir sprachen darüber, wie der Weg aus der akuten Suchtphase in die Spielfreiheit aussehen kann, wie man Suchtdruck, Ängste, Schulden, Geldprobleme, Schuldgefühle und Scham angreifen kann. Wir erinnerten uns daran, wie wichtig es ist, Ehrlichkeit wieder zu üben, nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch den Mitmenschen gegenüber.

In der Runde wurden auch die Kompetenzen von uns Betroffenen benannt, die wir in der Selbsthilfe selbst brauchen: Zuhören, Toleranz, eine nicht wertende Empathie, Erfahrungswissen statt Theorien, das Vertrauen zur Spielfreiheit und die Fähigkeit, authentisch zu bleiben. Es war ein Austausch, der die Grenzen zwischen Theorie und Praxis verschwimmen ließ und uns zeigte, wie viel wir voneinander lernen können.

Die Zeit verrann wie im Flug. Bevor ich mich versah, mussten wir uns von Hartmut Görgen verabschieden. Mein persönlicher Eindruck: Hartmut war nicht nur ein kompetenter Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Glücksspielsucht; er war jemand, der nie zu viel referierte, sondern immer zuhörte. Offen zu allen Anliegen, bereit, auch die unangenehmsten Themen anzupacken — so wirkte er auf uns.

Ein warmes „Herzlichen Dank“ ging an ihn, und an alle, die den Austausch ermöglicht hatten. Der Kontakt mit den anderen Gruppenleitern war wieder einmal bereichernd; ich trat die Heimreise mit neuem Mut an, voller Tipps, Ideen und dem festen Vorsatz, das, was wir heute gemeinsam gelernt hatten, in unseren Gruppen umzusetzen.

So blieb der Tag nicht nur eine Ansammlung von Erkenntnissen, sondern eine stille Bestätigung: Dass wir gemeinsam stärker sind, wenn wir zuhören, ehrlich bleiben und einander auf dem Weg zur Spielfreiheit unterstützen.

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